Das Zikavirus breitet sich mittlerweile in 25 südamerikanischen Ländern rasant aus. Meldungen über pränatale Fehlbildungen häufen sich. Die Fakten im Überblick.

Herkunft
Isoliert wurde das Virus zum ersten Mal 1947 bei im Zikawald in Uganda. Affen waren mit dem Flavivirus infiziert. In den vergangenen zehn Jahren trat der Erreger in Mikronesien und französisch Polynesien auf, aktuell breitet er sich in 25 Ländern in Mittel- und Südamerika aus. Die Überträgermücken bevorzugen ein tropisches bis subtropisches Klima.

Übertragung
Die Gelbfiebermücke, Aedes aegypti, kann Träger der Zikaviren sein. Ein Stich einer infizierten Mücke hat die Ansteckung zur Folge. Auch die asiatische Tigermücke (Aedes albopticus) kann die Erreger in sich tragen. Das Virus kann nicht von Mensch-zu-Mensch übertragen werden. Eine sexuelle Übertragung ist in seltenen Fällen möglich, hat laut Robert-Koch-Institut aber keinen nennenswerten Einfluss auf die Verbreitung. Zikaviren werden nicht über die Muttermilch weitergegeben. Aedes aegypti ist auch verantwortlich für die Übertragung von Dengue-, Chikungunya- und Gelbfieberviren.

Diagnose
Die Diagnose ist nur über eine serologische Untersuchung möglich: Nach Blutentnahme erfolgt eine Polymerasekettenreaktion (PCR) zur Virusisolation. Aufgrund der Ähnlichkeit zu anderen Flaviviren wie dem Dengue- oder dem West-Nil-Virus, können hier falsch-positive Tests vorkommen.

Behandlung
Derzeit steht kein Impfstoff zur Verfügung. Medikamentös werden lediglich die Symptome therapiert: Schmerzen, Fieber, Flüssigkeitsmangel.

Krankheitsbild
Frühsymptome einer Infektion sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Bindehautentzündung und Fieber. Die Ausprägung ist milder als bei anderen tropischen Virusinfektionen. Nach einer Inkubationszeit von drei bis zwölf Tagen beginnen die Symptome und halten bis zu einer Woche an, wobei der Hautauschlag früher abklingt. Ein großer Anteil verläuft asymptomatisch. Bislang sind nur einzelne Todesfälle aufgetreten, diese standen aber mit anderen Vorerkrankungen in Verbindung.

Fehlbildungen
Die Hinweise, dass eine Infektion mit dem Virus beim ungeborenen Fötus zu Fehlbildungen des Gehirns führen kann, verdichten sich immer mehr. Das brasilianische Gesundheitsministerium meldet rund 4000 Fälle von pränataler Mikroenzephalie, die mit einer Zikainfektion der Mutter einhergehen. Fast 70 Babys starben. Ein ursächlicher Zusammenhang wurde noch nicht eindeutig bewiesen, da eine Vielzahl anderer Infektionenskrankheiten oder chemische Substanzen auf den Fötus wirken können. Die sogenannte pränatale Mikroenzephalie soll aber insbesondere dann auftreten, wenn die Mutter im ersten Trimenon von einer infizierten Mücke gestochen wird. Die betroffenen Säuglinge werden mit einem kleinen Kopf geboren, wobei eine geistige Behinderung und schwerwiegende neurologische Schäden wie das Guillain-Barré-Syndrom auftreten können.

Spätfolgen
Es gibt keine Hinweise, dass eine Infektion für spätere Schwangerschaften Folgen bedingt. Eine mögliche Immunität gegen das Virus kann durch Infektionen im Kindesalter bestehen und somit weitere Risiken verhindern.

Prävention
Das Auswärtige Amt rät Schwangeren, nicht in Zika-Ausbruchsgebiete zu reisen. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin empfiehlt: „Frauen, die während der Schwangerschaft in vom Zikavirus betroffenen Gebieten unterwegs waren, sollten ihren Frauenarzt bei Vorsorgeuntersuchungen darauf hinweisen.“ Vorrangig werden jetzt Mückenherde und Brutstellen durch Insektizide eliminiert. Zusätzlich soll der Kontakt zwischen Mücke und Mensch verhindert werden: Dies kann genauso wie bei anderen Stechmücken durch chemische Repellentien, Bedeckung von Körperstellen mit heller, langer Kleidung und dem Schlafen unter Mückennetzen erreicht werden. Die WHO veröffentlichte hierzu auch ein „Pestizide Evaluation Scheme“ um eine erfolgreiche Abtötung durchführen zu können. Eine Beratung durch einen Tropen- oder Reisemediziner ist empfehlenswert.

Risiko für Deutschland
Es gibt keine Meldepflicht für Zika-Infektionen in Deutschland, deswegen sind keine genauen Zahlen bekannt. Die Gelbfiebermücke kommt in Deutschland nicht vor, Infektionen können somit eigentlich nur bei Reiserückkehrern auftreten. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin diagnostizierte bei deutschen Urlaubern einzelne Zikavirus-Infektionen. Die asiatische Tigermücke kommt zwar punktuell in Süddeutschland vor, allerdings müsste sie sich vorab bei Zika-Patienten infiziert haben. Eine Epidemie für Deutschland ist laut RKI nicht zu erwarten, da eine Mensch-zu-Mensch Übertragung nicht vorkommt; die Ausbreitung von infizierten Mücken ist in Deutschland wenig möglich.